Événements

Wassermusik 2012
Summer-Open-Air-Festival

Français

VENUE
Haus der Kulturen der Welt

John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin – Germany
Fon +49 (0)30 397 87 – 0
e-Mail info@hkw.de

Open-Air on the roof terrace
Waterproof
In case of bad weather in the hall


A world without the north – without the influence of the European powers, who, to this day, continue to dictate the flow of material and immaterial goods into and out of the former colonies: that’s the topic of WASSERMUSIK 2012.

South_South describes exchanges that happen beneath the radar of colonial perception, where familiar European interfaces start to blur. Africa is mainly at the center of attention: in the east of the continent, Taraab music developed through a blend of Indian and Arab influences. West Africa enjoys fruitful exchanges with the Caribbean, leading, for example, to the Champeta style in Colombia. Rumba made its way from Central Africa to Cuba, then back to Africa and now has its creative center in East Africa. Last but not least, Palenque and Garifuna represent the cultures of former slaves from Colombia and Central America.

WASSERMUSIK 2012 also offers space for invented or dreamed-up connections, such as the London-born intra-Caribbean Ska Cubano or the West Africa project of the Indian-Canadian singer Kiran Ahluwahlia.

As ever, the festival is not limited to music, but also features feature films, music documentaries and other documentary films. The mix is rounded off with dicussions and artist talks.


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DE


Eine Welt ohne Norden – ohne den Einfluss der europäischen Mächte, die bis heute gerne die Ströme materieller wie immaterieller Güter in die einstigen Kolonien bestimmen: das ist das Thema von WASSERMUSIK 2012.

Süd_Süd bezeichnet den Austausch unterhalb des Radars der kolonialen Wahrnehmung, da, wo die vertrauten europäischen Anknüpfungspunkte langsam verschwimmen. Meistens steht Afrika im Zentrum: Im Osten des Kontinents entwickelte sich unter indischen und arabischen Einflüssen die Taarab-Musik. Westafrika pflegt einen fruchtbaren Austausch mit der Karibik, was unter anderem zur Entstehung der Champeta in Kolumbien führte. Rumba reiste aus Zentralafrika nach Kuba, von dort zurück auf den afrikanischen Kontinent und hat heute ein Kreativzentrum in Ostafrika. Mit Palenque und Garifuna schließlich präsentieren sich Kulturen entflohener ehemaliger Sklaven aus Kolumbien und Zentralamerika.

WASSERMUSIK 2012 gibt aber auch ausgedachten beziehungsweise herbeigeträumten Verbindungen Raum wie etwa der in London geborenen inner-karibischen Verbindung Ska Cubano oder dem Westafrika-Projekt der indisch-kanadischen Sängerin Kiran Ahluwahlia.

Wie immer beschränkt sich das Festival nicht auf Musik, sondern hat auch Spielfilme und Musik- und andere Dokumentationen im Angebot. Hinzu kommen Diskussionen und Artist talks.


Sa 21.7. 22 h Filme:

JENDE RI PALENGE
Dokumentarfilm
R: Santiago Posada, Simón Mejía
Kolumbien 2008, 38 min, spanische OmE

In San Basilio de Palenque, der ersten von entflohenen Sklaven gegründeten Stadt auf dem amerikanischen Kontinent, wird das erste Aufnahmestudio aufgebaut, Sessions beginnen. Es treten auf: Der 85-jährige Heiler Sikito, der in seinem Leben mehr als 100 Songs erfand, die aber bisher nur in seinem Kopf existierten. Der blinde Bote Panamá, der nur in Palenquero dichtet. Leonel Torres und seine „Las Estrellas ». Und eine ganze afro-kolumbianische
Dorfgemeinschaft.

Jende Ri Palenge: a film about an Afro-Colombian village – and its sessions in a music studio, dedicated to Palenque music.


EL VUELCO DEL CANGREJO
(Crab Trap)
Spielfilm
R: Oscar Ruíz Navia
Kolumbien/Frankreich 2009, 95 min, spanische OmE

Beim Havanna-Filmfestival erhielt der Film den Preis für das beste Debüt, Begründung: „Eine Geschichte wie eine Reise in eine Welt, die in der Realität Kolumbiens verschwindet. »Auf dem Grat zwischen Fiktion und Dokumentation wird hier vom Konflikt der afro-kolumbianischen Einwohner von La Barra an der Pazifikküste mit einem geschäftstüchtigen
Grundbesitzer erzählt. Es geht um die Vertreibung der Dorfbewohner und einen Hotelneubau, aber auch um mehr – um den Einbruch einer globalen Moderne.

El Vuelco del Cangrejo: the construction of a new hotel in a coastal village in Colombia triggers a struggle over how to move forward to a global future.

So 22.7. 22 h Film:

TAGNAWITTUDE

Dokumentarfilm
R: Rahma Benhamou El Madani
Marokko 2010, 80 min, arabisch/französische OmE

Dies ist keine normale Musikdokumentation, auch wenn Regisseurin El Madani die Band Gnawa Diffusion bei ihren mitreißenden Konzerten durch Europa begleitet und die Trancemusik beim Sufi-Festival in Essaouira in bewegte und bewegende Bilder bannt. Für sie ist es der Versuch, unterschiedliche Identitäten zusammenzubringen, und sie geht damit Kindheitserinnerungen nach: ihre Mutter bei der Trance-Meditation, erfüllt von der Musik der Gnawa.

Tagnawittude: a moving music documentary about Gnawa
Diffusion and the nature of trance music.




Do 26.7. 19 h Film und Gespräch:

DENKEN MIT GLISSANT – One world in relation

Film und Gespräch

Der Philosoph, Essayist und Kulturtheoretiker Édouard Glissant gilt als Vordenker der Globalität und einer Welt der Vielheit und Beziehungen. Der Dokumentarfilm „Un monde en relation »von Manthia Diawara begleitet den 2011 verstorbenen Glissant und lässt ihn von der Poetik der Relationen erzählen. Wie ein Mosaik setzt er eine Fülle von Gesprächen zusammen, die der Philosoph und der Filmemacher auf der Seereise nach Martinique, dem Geburtsort Glissants, geführt haben und die sich am Begriff der Relation entspinnen. In den Interviewclips verdeutlicht Édouard Glissant seine Idee der Globalität als fortlaufender
Prozess des In-Beziehung-Setzens.

Édouard Glissant – Un Monde en Relation (One World in Relation)
R: Manthia Diawara
USA/Mali 2010, 52 min, französische OmE

Die Relation ist ein Raum, der nicht dieses mit jenem, sondern alles mit allem verbindet – so umschrieb Édouard Glissant seine Poetik der Vielheit. Wie kein anderer hat er in seinen Schriften eine utopische Sicht auf unsere Welt der Verschiedenheit jenseits homogenisierender Zugriffe entwickelt – ein nomadisches und verbindendes Denken in einer
Inselwelt der Vielheiten. Welchen kollaborativen Kosmos dieses Denken für gegenwärtige Süd-Südund andere Beziehungen eröffnen kann, darüber sprechen im Anschluss an die Dokumentation der Filmwissenschaftler und Regisseur Manthia Diawara und der kenianische Schriftsteller und Essayist Mukoma wa Ngugı˜.

Gespräch mit Manthia Diawara (USA/Mali) und Mukoma wa Ngugı˜ (USA/Kenia) Moderation: Barbara Wahlster



Fr 27.7. 22 h Film

CARLITO’S WAY

Spielfilm
R: Brian de Palma
USA 1993, 145 min, englische OF

Eigentlich sollte der puerto-ricanisch-amerikanische Drogenhändler Carlito Brigante (Al Pacino) für 30 Jahre ins Gefängnis, doch dank des windigen Anwalts Kleinfeld (Sean Penn) kommt er schon nach fünf Jahren frei. Brigante will sich aus dem Mafia-Milieu lösen, doch sein Ehrenkodex reißt ihn nur noch tiefer hinein. Der Film von Brian de Palma ist ein herausragend gespielter Gangsterthriller, der sich mit seiner Tiefe neben die großen Klassiker wie „Der Pate »oder „Good Fellas »einreiht. Und vibriert von der Atmosphäre der Latin-Jazz-Bars im New York der 1970er-Jahre.

Carlito’s Way: Brian de Palma’s superbly acted gangster
thriller (Al Pacino, Sean Penn) vibrates with the atmosphere of
the Latin Jazz bars in 1970s New York.



Sa 28.7. 22 h Film

ZANZIBAR MUSICAL CLUB

Dokumentarfilm
R: Philippe Gasnier, Patrice Nezan
Frankreich/Deutschland 2009, 85 min, swahili OmU

Sie will Akkordeonspielerin werden, und während sie auf der Suche nach Anregungen durch die Musikwelt Sansibars streift, stößt die 17-jährige Belina auf immer neue Einflüsse: arabische Klänge, lateinamerikanische Rhythmen, indische Melodien, afrikanische Trommeln. Sie trifft Bi Kidude, die lebende Legende des Taarab, die sie in die Initiationsmusik für Mädchen vor deren Hochzeit einführt, den „Unyago ». Sie trifft Belina Amina, deren Stimme aus jedem Radio Ostafrikas ertönt. Und sie lernt die besten Taarab-Musiker kennen: den Sänger Makame Faki, der bei WASSERMUSIK auch im Konzert zu erleben ist, und die Instrumental- Virtuosen vom Culture Musical Club of Zanzibar.

Zanzibar Musical Club: the initiation of a young female accordion player into the musical worlds of Zanzibar and a cinematic encounter with the artists of the famous Culture
Musical Club.




Fr 3.8. 22 h Film:

CHICO & RITA

Animationsfilm
R: Fernando Trueba, Javier Mariscal, Tono Errando
Spanien/GB 2010, 93 min, spanische OmU

Was kommt heraus, wenn der Oscarpreisträger Fernando Trueba („Calle 54″) und der bekannte spanische Designer Javier Mariscal ihre Begeisterung für kubanische Musik und Kultur in einem Animationsfilm zelebrieren? „Chico & Rita », ein feuriger Liebesbolero, der durch die detailverliebten Kulissen von Havanna nach New York über Hollywood, Paris, Las Vegas und zurück tanzt. Bebo Valdés hat die Filmmusik komponiert und Klassiker des Latin Jazz kompiliert, und Estrella Morente hat einen gesanglichen Gast-Starauftritt. Ein „sensationelles Film-Musical »(Daily Telegraph)

Chico & Rita: the « sensational film musical » (Daily Telegraph) by Oscar-winner Fernando Trueba and an equally sensational animated film about a fiery love bolero.




Sa 4.8. 22 h Filme:

GNAOUAS

Dokumentarfilm
R: Izza Génini
Marokko 2004, 26 min, französische OmE

Die Gnawas von Marrakesch und Tassila sind hier die Hauptpersonen – mit ihren Zeremonien von Trance und Exorzismus, die noch aus vorislamischer Kultur stammen, aus afrikanischen Götterwelten südlich der Sahara. Sie sind im 15. Jahrhundert mit dem westsudanesischen Gold nach Marokko gekommen so wie die großen Trommeln, die die Hajhouj-Laute und die metallene Perkussion rhythmisieren.



SONS OF BENKOS
Dokumentarfilm
R: Lucas Silva
Kolumbien/Frankreich 2000, 52 min, spanische OmE

„Los Hijos de Benkos »waren bedeutende Anführer des Freiheitskampfs der Sklaven ab dem 17./18. Jahrhundert. An der Kultur ihrer Nachfahren ist die ganze Geschichte der afro-kolumbianischen Musik abzulesen, vom letzten Sänger der Salgado-Musikerdynastie bis hin zur mitreißenden Fusion mit kubanischen Stilen und zum Picó Sound System.

Gnaouas and Sons of Benkos: two documentary films about the strong impact of African music – in North Africa as well as in Colombia.




Fr 10.8. 22 h Filme:

LA ULTIMA RUMBA DE PAPA MONTERO (The Last Rumba of Papa Montero)

Doku-Fiktion
R: Octavio Cortázar
Kuba/Martinique 1992, 52 min, spanische OmE

Die Beerdigungsgäste tanzen den Rumba und die Leichenträger trommeln den Rhythmus auf dem Sarg – die Film-im-Film-Geschichte erzählt von Kubas größtem „Rumbero »Papa Montero in den 1930er-Jahren und seinem Tod in einer leidenschaftlichen Dreiecksaffäre. Ein Filmteam folgt seinen Spuren – und immer wieder bricht die afro-kubanische Mythologie in den Film ein: Wie hier Sänger und Tänzer die Straßen und Plätze Havannas in Musicalkulissen verwandeln, ist weit besser als die Eingangsszenen von „West Side Story ».

TANGO YA BA WENDO
Dokumentarfilm
R: Kwami Mambu Zinga, Mirko Popovitch
Kongo 1993, 52 min, französische OmE

„Tango Ya Ba Wendo »wird auf Lingala die „Wendo Ära »genannt: in Kinshasa ein stehender Begriff für die 1940er-Jahre, als Antoine Kolosoyi aka Wendo seine kongolesische Rumba zelebrierte. Hier erzählt der 70-jährige Musiker von seiner Mutter, einer Sängerin traditioneller Musik, von der Zeit als Boxer und Mechaniker, den Anfängen als Sänger zu belgischen Kolonialzeiten und in den Freiheitsbewegungen. Ein wundervolles musikalisches
Porträt des 2008 verstorbenen Papa Wendo.

The Last Rumba of Papa Montero and Tango Ya Ba Wendo: these music documentaries are a homage to two of the greatest singers – from each side of the Black Atlantic.



Sa 11.8. 22 h Filme:

… Y TENEMOS SABOR

Dokumentarfilm
R: Sara Gómez
Kuba 1967, 30 min, spanische OmU

Sie war die einzige afro-kubanische Regisseurin, die im 20. Jahrhundert auf der Insel einen Spielfilm drehte. In dieser Dokumentation widmet sich Sara Gómez ihrer eigenen Geschichte, der Schwarzen Kultur und Musik Kubas und der Rolle der Frauen.

Dank an Klaus-Peter Roth/Filmforum Höchst



CHOCÓ
Spielfilm
R: Jhonny Hendrix Hinestroza
Kolumbien 2011, 80 min, spanische OmE

„Umsonst gibt es hier nichts », sind die Worte des Ladenbesitzers, als Chocó (die schöne Karent Hinestroza) ihren Job in der Goldmine verliert, ihr Mann, der Marimbaspieler, das ganze Geld verzockt hat und sie ihrer Tochter doch die versprochene Geburtstagstorte besorgen will. „Wenn du Kuchen willst, dann will ich dich. »Aber Rache wird hier am besten heiß genossen, in dieser Hymne an weibliche Kraft und Überlebenswillen. Regisseur Hinestrozas Spielfilmdebüt erzählt von einer afro-kolumbianischen Gemeinde an der Karibikküste und Liedern, die von Verzweiflung und Hoffnung singen.

… y tenemos sabor: a film by the only Afro-Cuban feature film director about the island’s Black music. Chocó: revenge is best enjoyed hot, in this ode to the power and resilience of women in an Afro-Colombian village.

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Info from
Afrikamera
Mittenwalderstr. 53
Berlin 10961
Germany



Team WASSERMUSIK 2012

Department of Music, Dance, Theatre
Detlef Diederichsen (head)
Gabriele Tuch (program coordination)
Noureddine Ben Redjeb (program support)
Petra Fickinger (processing)
Undine Zamani (festival organisation)
Anna-Maria Nitschke (festival trainee)

Film
Doris Hegner (program coordination)
Eva-Maria Helfrich, Leyla Discacciati (project assistence)

Department of Literature and Humanities
Cordula Hamschmidt (program coordination)
Julia Dreher (trainee)

kids&teens@hkw
Maria Fountoukis (program coordination)

Wassermarkt
Paula Schopf

Press
Guido Möbius

Communications
Silvia Fehrmann (head)
Anne Maier, Henriette Sölter (press)
Eva Stein, Jan Köhler, Harald Olkus, Sophie Habicht, Gabriel Stolz (internet)
Christiane Sonntag, Sabine Westemeier (media planning/distribution)

Editoting of program brochure
Stefanie Alisch, Axel Besteher, Christina Beller, Carlina Rossée